Filme zum Trotzdem-Festival 13-23. Oktober

Unter dem Titel Trotzdem! Begegnung solidarischer Ökonomien in Halle wurde ein buntes Programm aus Vorträgen, Workshops, Film, Ausflügen, Open Spaces, öffentlichen Interventionen, Feiern, Theater, Musik gebastelt. Ziel ist es, alternative Formen des Lebens und Wirtschaftens aufzuzeigen, sich zu vernetzen und die Ansätze weiter zu denken. Die unterschiedlichen Formate geben die Möglichkeit, sich der Frage nach dem guten Leben für alle auf vielfältige Art und Weise zu nähern. Ob kreativ, mit den Händen werkelnd oder denkend sollen für viele Menschen Anknüpfungspunkte geschaffen werden, die Lust machen, Bereiche des eigenen Lebens solidarisch mit anderen emanzipatorisch und schwungvoll zu gestalten

http://trotzdem-festival.de.

Landstück
Volker Koepp war mit der Kamera schon häufiger in der Uckermark, die Menschen und das Gefilde östlich der Elbe sind bekanntlich sein Thema. Doch „Landstück“ ist diesmal vielschichtiger: Der Film handelt nicht nur von einem jungen Paar, das sich mit einem Pferd auf dem Acker an dem Bio-Ackerbau versucht oder dem Mann, der wiederkehrte, um mit seiner Familie den Bauernhof von Onkel und Tante zu übernehmen. Sondern ebenfalls von jenen Leuten, die man nie zu Gesicht bekommt und die dem Landstrich doch ihren Stempel aufdrücken: Investoren, die mittlerweile die größten Abschnitte der Nutzflächen bewirtschaften lassen. Mais und Raps entwickeln sich in endlosen Monokulturen, biologische Vielfalt und Arbeitsplätze gehen verloren. Der bekannte Agrarwissenschaftler Michael Succow erläutert auch gleich noch schlüssig, in welcher Verbindung Flüchtlingsströme aus Afrika mit deutschen Mastbetrieben für Billig-Hühnchen stehen. Wie die meisten Koepp-Protagonisten halten die Menschen sanft und beharrlich dagegen.


Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa
Die Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber zeigen, wie fern der Anarchismus doch dem Terrorismus steht. Politische Bewegung, das ist für sie absolut nicht nur Kampf gegen das System, statt dessen vor allem der Kampf um das, was als nächstes kommen sollte: eine freie Gesellschaft mit solidarischen Menschen. Daher mehr Aufbau als Abriss. Anarchisten sind also so etwas wie radikale Demokraten, bei denen es keine Gallionsfiguren gibt und jede Stimme gleich viel zählt. Durch Interviews und Beobachtungen werden diverse Projekte präsentiert: In Griechenland führen die Anarchisten ein Gefecht gegen Drogenhändler und betreiben eine eigene Klinik mit Umsonst-Apotheke. In Deutschland wird eine Aktivistin flankiert, die sich an die Schienen wegen eines Atomtransports kettet. In München baut eine Gruppe für 450 Menschen Gemüse an. In Spanien kann man sich ein Bild von der anarchosyndikalistische Gewerkschaft CGT machen. Die anarchistische Anschauung, die Erprobung eines herrschaftsfreien Miteinanders, wird hier spannend dargestellt.


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