Salz im Luchs

 

Die Filmreihe SALZ IM LUCHS zeigt Geschichten und Bilder, die Hoffnungen und Enttäuschungen der Menschen aufnehmen. Sie zeigt damit ein gemeinsames Anliegen von Evangelium und Kino. Die Filme der Reihe sollen Zeitprobleme zum Leuchten bringen und erfahrbar machen und damit würzige Impulse zum Handeln geben. An einem angekündigten Aufführungstag sind alle Besucher eingeladen, sich im Anschluss an den Film über ihre Eindrücke auszutauschen. Gesprächsleitung: Ralf Döbbeling, Pfarrer der Bartholomäusgemeinde.

 

nächste Gesprächsrunde zu

Das unerwartete Glück der Familie Payan

am 7. August, nach der 17.15 Uhr-Vorstellung

 

               

40 Tage in der Wüste
Die Zeit in der Wüste neigt sich dem Ende zu, da findet Jeshua, nach langen Wanderungen Aufnahme bei einer Familie. Der Vater ist am Werke, für die Familie in der Wildnis ein Haus zu bauen; aber Spannungen zwischen Vater und Sohn trüben das Zusammenleben, da der Junge davon träumt, die Wüste zu verlassen. Jeshua will der Familie helfen, während er bei der Arbeit anpackt, ihre Sorgen und Wünsche hört und zwischen Vater und Sohn zu vermitteln probiert. Der Teufel übt sich indes daraus eine Bewährungsprobe zu machen, in der es absolut nicht nur um das Schicksal der Familie geht. Filmemacher und Drehbuchautor Rodrigo García, Sohn des Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez, erzählt eine bisher selten verfilmte Episode aus dem Leben Jesu. Er macht daraus eine zeitlose Parabel auf Vater-Sohn-Konflikte und das Ringen des Menschen um sein Verhältnis zu Gott und seinen Platz in der Welt. Sein Film, den Kameramann Emmanuel Lubezki („The Revenant“, „Gravity“) in suggestive Bilder gebannt hat, ist auch für Menschen sehenswert, die in den Worten Jesu vielmehr eine Philosophie als eine Religion sehen.


Das unerwartete Glück der Familie Payan
Ein Segen, dass sich die Regisseurin Nadège Loiseau nicht davon abschrecken ließ, ihren eigenen Kurzfilm zu einem abendfüllenden Spielfilm werden zu lassen. Solchen Filme wird von Kritikern nämlich dann allzu oft vorgehalten, sie seien eine bloße Ausweitung des Stoffes. Das kann man dem Langfilmdebüt „Das unerwartete Glück der Familie Payan“ aber nicht vorwerfen. Der Film mit der unvergleichlichen Karin Viard und dem kongenialen Ensemble ist der allerbeste Beweis für Humorkompetenz aus französischen Lande: Nicole ist 49 und für sie steht fest, dass bereits die Wechseljahre zuschlagen. Ein Termin beim Arzt bringt jedoch eine überraschende Diagnose: Sie ist schwanger! Dabei dachte Nicole, eine unbeabsichtigte Schwangerschaft passiere ihr nur einmal – das erste Kind bekam sie mit fünfzehn. Bis dato managte die berufstätige Mutter das permanente Familienchaos der Payans sehr souverän: Ihr ziel- und arbeitsloser Ehemann, ihre ein wenig verwirrte Mutter, ihre Tochter, die in ihrem alten Kinderzimmer bis heute ein Teenagerleben führt und ihre quirlige Enkelin halten sie aber schon genug auf Trab. Ist noch Platz für einen „kleinen Mieter“? Eine furiose Familienkomödie, allzeit hart an der Realität des ganz normalen Alltags-Wahnsinns.

Nach der 17.15-Uhr-Aufführung am 7.8. gibt es im Foyer des Kinos die Möglichkeit zum Gespräch (Gesprächsleitung: Pfarrer Ralf Döbbeling, Bartholomäusgemeinde).


Life, animated
Im Lebensalter von drei Jahren hört ein gesunder und aufgeweckter Junge namens Owen Suskind plötzlich und ohne Vorwarnung auf zu sprechen. Er zergeht völlig und scheinbar ausweglos in seiner eigenen Welt. Der Befund: Autismus. An die vier Jahre vergehen, in denen Owen ausschließlich auf Disney-Filme einzugehen scheint. Irgendwann streift sein Vater im Spiel eine Handpuppe über – Jago, den mächtig angebenden Papagei aus „Aladdin“ – und erfragt bei seinem Sohn: „Wie ist das eigentlich, wenn man so ist wie du?“ Und plötzlich spricht Owen seine ersten Worte seit Jahren – und erwidert mit Dialogen aus seinen heißgeliebten Disney-Filmen. „Life , Animated“ erzählt die außerordentliche Geschichte des Autisten Owen, der einen Weg findet, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. In beachtlicher Weise stellt der Film klassische Disney-Sequenzen neben Szenen aus Owens Leben und zeigt, wie die Identifizierung mit Figuren wie Simba, Jafar und Ariel Owen dabei hilft, seine eigenen Gefühle bewusst werden zu lassen und die Realität zu interpretieren. Regisseur Roger Ross Williams wurde im letzten Jahr beim Sundance Film Festival mit dem Regie-Preis im Dokumentar-Bereich ausgezeichnet. Nach der 19.00-Uhr-Aufführung am 4.7. gibt es im Foyer des Kinos die Möglichkeit zum Gespräch (Gesprächsleitung: Pfarrer Ralf Döbbeling, Bartholomäusgemeinde).


Manchester by the Sea
Lee Chandler ist ein verschwiegener Einzelgänger, der als Handwerker eines Wohnblocks in Boston tätig ist. An einem dunstigen Wintertag erhält er einen Anruf, der sein Leben ad hoc verändert. Nach dem Tod seines Bruders soll Lee die Verantwortung für seinen 16-jährigen Neffen Patrick übernehmen. Absolut widerwillig kehrt er in seine Heimat, die Hafenstadt Manchester-by-the-Sea, zurück. Doch ist Lee der Situation und der neuen Herausforderung gewachsen? Kann das Wiedersehen mit seiner (Ex-) Frau Randi, mit jener er einst ein chaotisches, dennoch glückliches Leben führte, die einstigen Wunden der Vergangenheit heilen? Kenneth Lonergan erzählt in ruhigen und fantastischen Bildern mit einem herausragenden Casey Affleck in der Rolle des Lee Chandler wie es ist, falls normalen Menschen schier Unfassbares passiert. Schon jetzt gilt der bereits mit Preisen überhäufte Film als einer der Favoriten für die nächste Oscar-Verleihung.
Manchester by the Sea erkundet die Frage, wie man mit einer tief empfundenen Schuld umgeht und bietet damit gute Ansatzpunkte zur Diskussion. Am 24.1. (nach der 17.30-Uhr-Vorstellung haben Sie die Gelegenheit dazu, Gesprächsleitung: Parrer Ralf Döbbeling, Reihe: Salz im Luchs).


Moonlight
Der Film von Regisseur Barry Jenkins hat in den USA bei Kritik und Publikum für Furore gesorgt und sechs Nominierungen für die Independent Spirit Awards erhalten. Er gewann auch den Golden Globe für den besten Film. MOONLIGHT ist dementsprechend auch einer der Favoriten für die kommenden Oscars® (8 Nominierungen). Er erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours groß wächst. Der Film begleitet entscheidende Augenblicke in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt ringt, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein beispielloses Stück Kino über persönliche Augenblicke und Menschen, die uns prägen und das Leid der ersten Liebe, das ein Leben lang nachhallen kann. Ein bildgewaltiges Filmwerk, das mit Homosexualität in der schwarzen Bevölkerung ein heißes Eisen auf berührende, feinsinnige Weise angeht.

Anläßlich der Filmreihe „Salz im Luchs“ und der Preview am 14. März gibt es nach der 20.30-Uhr-Aufführung im Foyer des Kinos die Möglichkeit zum Gespräch (Gesprächsleitung: Pfarrer Ralf Döbbeling, Bartholomäusgemeinde).


Storm und der verbotene Brief
Im mittelalterlichen Antwerpen in der Zeit der Reformation wird der 12-jährige Storm in ein aufregendes Abenteuer verwickelt, als sein Vater Klaas den Arbeitsauftrag erhält, in seiner Druckerei einen Brief von Martin Luther zu drucken. Als man dahinterkommt muss Storm mit der Druckplatte fliehen. In einer abenteuerlichen Reise gegen die Zeit versucht er sein Vater zu retten. Aber wem kann Storm überhaupt noch trauen?


The Salesman: Forushande
Anhand des Films „Nader und Simin – Eine Trennung“ gelang Asghar Farhadi der ganz große Coup: Gold einbegriffen zweimal Silber auf der Berlinale, als nächstes obendrein der Oscar. Auch dieses Mal erweist sich der iranische Regisseur und Autor als grandioser Geschichtenerzähler. Aufs Neue geht es um ein Ehepaar, dem die Einhelligkeit abhanden kommt. Mit enormer Eleganz entfaltet sich dieses clever konstruierte Drama, das durch plausible Figuren sowie exzellente Schauspieler überzeugt - und dabei ziemlich spannend ausfällt: Eiligst müssen Emad und Rana ihre Wohnung verlassen. Auf Grund einer Beschädigung des Fundaments droht das Haus einzustürzen. Ein Bekannter bietet dem jungen Paar seine leerstehende Wohnung an, ein seltener Glücksfall in einer eng besiedelten Stadt wie Teheran. Als Rana im Badezimmer von einem Eindringling überrascht wird, bekommen sie heraus, dass die Vormieterin neben persönlichen Gegenständen auch einen anrüchigen Ruf hinterlassen hat. Rana weigert sich die Polizei einzuschalten oder auch nur über den Zwischenfall zu sprechen. Als Folge dessen macht sich Emad selbst auf die Suche nach dem Täter. Beim diesjährigen Filmfestival in Cannes wurde THE SALESMAN (Forushande) für das Beste Drehbuch geehrt, Shahab Hosseini gewinnt den Preis als Bester Darsteller. Bei der Deutschlandpremiere beim Filmfest München wurde der Film außerdem mit dem ARRI / OSRAM Award als Best Foreign Language Film ausgezeichnet. Obgleich „Forushande“ derzeit der erfolgreichste Film im Iran ist, traten politische Querelen um die Einreichung für den OSCAR™ als Bester nicht-englischsprachiger Film auf. Dem iranischen Filmemacher wurde vorgeworfen, sein Werk sei „nicht einheimisch genug“. Mittlerweile steht fest: Farhadi sorgt im Iran nicht nur für überfüllte Kinosäle, er wird sein Heimatland auch vor der Academy vertreten!
Mit einem cleveren Kunstgriff verknüpft Asghar Farhadi die Handlung um Emad und Rana mit Arthur Millers berühmtem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“. Deshalb führt Frau Antje Jaobi am 12. Februar in das Werk von Arthur Miller ein. Inhaltlich diskutieren wir am 7. Februar anläßlich der Filmreihe „Salz im Luchs“ nach der 20.30-Uhr-Aufführung im Foyer des Kinos (Gesprächsleitung: Pfarrer Ralf Döbbeling, Bartholomäusgemeinde).


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